Trendiges Edelstahlgadget statt Einwegbecher: Fabian Christmann und Manuel Borer haben mit ihrem Startup ConceptIris ein Produkt entwickelt, das mehrere Probleme gleichzeitig löst. Möglich gemacht hat den Erfolg die Gebert Rüf Stiftung mit ihrem Förderprogramm First Ventures.

Autor: Dominic Bleisch

Alles begann vor drei Jahren, als Fabian Christmann und Manuel Borer mit Freunden im Basler Nachtleben unterwegs waren. Unbekannte schütteten einigen der Gruppe K.o.-Tropfen in die Getränke. Das damalige Erlebnis markierte noch im gleichen Jahr den Startschuss für ihre Geschäftsidee: Einen Trinkbecher zu entwickeln, der sich einfach verschliessen lässt, ansprechend aussieht und keinen abnehmbaren Deckel hat. Heute, drei Jahre später, surft das mittlerweile gegründete Startup ConceptIris auf der Erfolgswelle. Das Produkt haben die Gründer zusammen mit ihrem mittlerweile siebenköpfigen Team, der Unterstützung der Hochschule Luzern und dank der Anschubfinanzierung der Gebert Rüf Stiftung entwickelt. First Ventures fördert die beiden Fachhochschulabsolventen seit Januar 2019 mit insgesamt CHF 180’000 – Corona-Überbrückungsbeitrag über CHF 30’000 inklusive.

ConceptIris
Mit IRISgo werden Mehrwegbecher zum trendigen Accessoire. (Foto: ConceptIris)

Generell kommt das Produkt sehr trendig daher: Gefertigt aus Edelstahl-Polypropylen, kann es von Hand oder auch bequem in der Spülmaschine gewaschen werden. Die grosse Öffnung macht das Trinken deutlich einfacher als aus einer «Schnabelöffnung» von Einweg- und herkömmlichen Mehrwegbechern. «Dadurch läuft man weniger Gefahr, sich an der Zunge zu verbrennen, und nimmt das Getränkearoma deutlich intensiver als sonst wahr», sagt Co-Gründer Christmann. .

Crowdfunding bringt den Durchbruch

Auf ihrem Weg bestätigt wurde das Team von IRISgo von der Anfang Juli 2020 gestarteten Kickstarter-Kampagne: Das international angelegte Crowdfunding schlug ein wie eine Bombe. Das ursprüngliche Ziel von 15‘000 Franken war bereits zwei Stunden nach der Lancierung geknackt. Bis der Durchbruch geschafft war, hatten die Startup-Gründer allerdings einen steinigen Weg zu überstehen: Immer wieder galt es, weitere Gelder für die stetige Weiterentwicklung des Produktes aufzutreiben.

Einen wichtigen Anteil am heutigen Erfolg hat deshalb die Gebert Rüf Stiftung mit ihrem Programm First Ventures. Ganz im Sinne des Gründers Heinrich Gebert fördert die Stiftung heute Projekte, die wissenschaftliche Innovationen mit Entrepreneurship verbinden. «Das Ziel von First Ventures ist es, die Lücke zwischen Forschung und Wirtschaft zu schliessen. An den Fachhochschulen schlummert ein grosses Potenzial von Businessprojekten», sagt Marco Vencato, stellvertretender Direktor.

Unterstützt auch in schwierigen Zeiten

Zwei Mal pro Jahr kürt eine Jury in einem zweistufigen Verfahren Siegerprojekte, die sie mit maximal 150‘000 Franken unterstützt. Daneben erhalten die Startups während dieser wichtigen Phase Coaches aus dem Stiftungs-Netzwerk beiseite gestellt. «Dafür sind wir der Stiftung sehr dankbar. Ohne sie wären wir heute sicher nicht soweit und hätten unser Hauptaugenmerk nicht so stark auf die Weiterentwicklung unseres Produktes stecken können», sagt Christmann. Für einen Startup-Höhenflug ist also neben einer zündenden Idee häufig auch ein starker finanzieller Partner von Nöten, der in einer frühen Phase an die Zukunft des Produktes glaubt.

Wo steht ConceptIris heute?

Aktuell liegt der Fokus auf der Produktion der IRISgo-Becher und dem Aufbau der Logistik. Nach funktionalen Anpassungen des Bechers und Problemen mit einem Zulieferer ist das Team daran, auf Anfang Juni 2021 den Markteintritt zu realisieren, mit dem IRISgo-Becher, aber auch mit neuen Anschlussprodukten. Die vorbestellten Becher werden im nächsten Schritt an Kunden in über 57 Länder versendet.

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Startup Magazin 2020 und wurde 2021 um ein Update ergänzt.

Gebert Rüf

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