Wo sich wegen des Corona Virus nur noch eine begrenzte Anzahl Personen aufhalten darf, hilft das Online-Tool CoroNOW vom Winterthurer Startup turicode. Damit behalten Unternehmen die Übersicht, und die Kunden wissen bereits zu Hause oder unterwegs, wie die Platzverhältnisse sind. Aber wie funktioniert CoroNOW und wem haben wir das Tool zu verdanken?

Autorin: Alyssia Kugler

Wenn du dich fragst, ob du zu dem Laden gehen sollst, wo nur 50 Personen auf einmal hinein dürfen oder ob du da stundelang Schlange stehen musst, dann hoffst du besser, dass dieser Shop CoroNOW nutzt. CoroNOW ist ein Online-Tool, das anzeigt, wie viele Personen in einem Supermarkt oder in einer Apotheke drin sind. Jedes Unternehmen kann sich kostenlos registrieren. Die Eingangskontrolle kann ganz einfach auf das Plus drücken, wenn jemand reinkommt und auf das Minus drücken, wenn jemand rausgeht. Die Kunden zu Hause oder unterwegs können dann live zusehen, wie viele Personen gerade drin sind beziehungsweise ob sie noch Platz haben oder ob es eine Warteschlange gibt.

So sieht CoroNow für Kunden aus: In diesem Beispiel sind 89 von 100 zugelassenen Kunden vor Ort und niemand muss auf Einlass warten.
So sieht CoroNOW für das Unternehmen aus: Die Person an der Eingangskontrolle kann mit dem Plus und Minus angeben, wie viele Personen drin sind und im unteren Feld eingeben, wie viele Personen auf Einlass warten.
 

Mit CoroNOW soll durch Transparenz der Alltag in der Corona-Krise vereinfacht werden. Unternehmen behalten mit CoroNOW einfacher die Übersicht über die Anzahl Kunden, die gerade im Raum sind und die Kunden wissen bereits zu Hause und unterwegs, wie die Platzverhältnisse sind.

Die Idee für dieses Tool hatte das Team von turicode. Co-Founder Aaron Richiger ist auch Mitinhaber der Kletterhalle 6a Plus in Winterthur. «In der Kletterhalle hatten wir genau das Problem mit der fehlenden Übersicht und Kunden kamen eher nicht, weil sie nicht wussten, ob sie dann auch reingelassen werden.» Er kannte also das Problem aus erster Hand und klar war ihm auch, dass die Kletterhalle nicht alleine mit diesem Problem ist. Das CoroNOW Team wollte mit einem Tool diese Transparenz schaffen.

Aaron Richiger, Co-Founder von turicode, war bei der Entstehung von CoroNOW an vorderster Front.

«Das Team zu motivieren war ein Leichtes. Ich glaube, es war allen bewusst, dass in dieser Krise geholfen werden muss, wo man helfen kann.», sagt Aaron Richiger. Sie haben auch alle gratis mitgearbeitet. Ganz spontan schlossen sich dem Projekt Freitagnacht auch noch externe Helfer an: Mit Alice Martin, Esther Rünz und dem selbständigen Digital Marketing Profi Roger Basler erhielt CoroNOW tatkräftige Unterstützung bei Marketing und Planung.

Mit diesem durchmischten Team und enormem Einsatz konnte CoroNOW in 24 Stunden entstehen. Um das einschätzen zu können, erklärt Richiger: «Normalerweise arbeitet man zwei bis drei Wochen an einem solchen Projekt.» Dementsprechend intensiv gestaltete sich auch die Arbeit an dem spontanen Projekt. «Aber alle waren sehr überzeugt davon und kannten das Ziel», ergänzt Richiger. So wurde innerhalb von einer Stunde das Konzept gemacht, der Fokus gelegt und auf das Wichtigste reduziert, damit das Projekt in 24 Stunden überhaupt realisierbar wurde. Nach einem normalen Arbeitstag hat die Gruppe also das gesamte Wochenende angehängt, kam mit Red Bull, Pizza und Kaffee irgendwie durch. «Einige sind wirklich nur zwei Mal aufgestanden, um zu essen und auf die Toilette zu gehen und waren nach getaner Arbeit so versteift, dass Aufstehen schmerzhaft war.» erinnert sich Richiger. Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliches Engagement.

Falls du dich jetzt fragst, was mit CoroNOW passiert, wenn schweizweit der Ausnahmezustand gilt? War dann die ganze Arbeit umsonst? Richiger sieht dem optimistisch entgegen: «Bei Anbietern von lebensnotwendigen Gütern werden weiterhin begrenzte Personenanzahlen gelten, wie zum Beispiel in Supermärkten und Apotheken.» Und auch nach der Auflösung vom Ausnahmezustand erwarten die Macher und Macherinnen von CoroNOW nicht, dass von null auf hundert alles wieder im normalen Bereich läuft. Sie vermuten, dass die zugelassene Anzahl Personen langsam erhöht wird und somit CoroNOW noch weiter im Einsatz bleibt.

CoroNOW: https://coronow.ch

Autorin: Alyssia
„Als ich vom Appenzellerland nach Winterthur zog, hatte ich plötzlich ungewohnt viele spannende Angebote in der Nähe. Vieles reizte mich so sehr, dass ich trotz voller Agenda nicht wiederstehen konnte. Manche meinen deshalb, ich hätte überall meine Finger im Spiel. Aber am häufigsten bin ich immer noch beim Sport anzutreffen. Oder beim Schokolade naschen.“