«Wir müssen auch in der Politik Fuss fassen»

Spotify, Zalando, Apple – es gibt kaum jemanden, dem diese Namen nichts sagen oder der in seinem Alltag keiner dieser Marken begegnet. Einst unscheinbare Startups, würde diesen Unternehmen heute niemand mehr ihre Daseinsberechtigung absprechen.

Autor: Raphael Tobler

Dennoch werden Startups auch heute noch oft als niedlich belächelt. Doch die Zahlen sind auch in der Schweiz selbstredend: über 3.2 Milliarden Schweizer Franken wurden 2019 in Schweizer Startups investiert. Drei Jungunternehmen erreichten letztes Jahr den Unicorn-Status, werden also mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet. Mit der Bewegung der Social Startups sind Jungunternehmen für die Gesellschaft nicht mehr nur wirtschaftlich von grosser Bedeutung. Immer mehr soziale Innovationen entstehen, die ökonomische Standards mit moralischen Werten verbinden, mit viel Herzblut eine Vision realisieren und der Gesellschaft damit etwas zurückgeben.

Entgegen der romantischen Vorstellung, dass alleine mit einer zündenden Idee etwas Grosses entstehen kann, können Startups jedoch nur in einem unterstützenden Umfeld gedeihen. Das bedingt, dass nebst wirtschaftlichen Anpassungen die Weichen auch politisch neu gestellt werden.

Der reale Impact des Startup-Ökosystems auf die Entwicklungen in der Schweiz soll sich auch in einem Mitspracherecht auf politischer Ebene widerspiegeln. Die aktive Mitwirkung in Verbänden und der ehrliche Dialog mit Parteien sind dafür unerlässlich. Sprich: Wir müssen auch in der Politik Fuss fassen. Einzig durch die Einbeziehung von Interessensvertretern in die Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen gelingt es, unserem Land die Innovationskraft zurückzugeben, um die es einst beneidet wurde. Denn der Gestaltungswille der Startup-Community – das erlebe ich selbst jeden Tag aufs Neue – ist ungebrochen und birgt grosses Potenzial, das es nur zu nutzen gilt.

Das sagen Winterthurer Politiker über Startups

Hannes Gassert«Startups sind der Ort, wo gute Ideen mit der harten Realität konfrontiert werden. Wo aus Kreativität, Wissen und Talent Arbeitsplätze entstehen und echte Bedürfnisse echter Kunden erfüllt werden wollen. Startups bringen die Schweiz, uns alle, weiter — und zwar nicht bloss mit spektakulären Verkäufen, sondern auch gesellschaftlich und ökologisch.» 
– Hannes Gassert

Michael Zeugin«Jungunternehmen leisten einen sehr wertvollen Beitrag für die Innovation und die Erneuerung der Wirtschaft. Sie sind damit für die Volkswirtschaft der künftigen Generationen von entscheidender Bedeutung. Was mich an den Jungunternehmen am meisten fasziniert, ist die Umsetzung der neuen Geschäftsmodelle sowie die Transformation vom Startup zur etablierten Unternehmung.»
                                                               – Michael Zeugin

Andri Silberschmidt«Startups sind kreativ und denken unkonventionell. Diese Eigenschaften fördern den Wettbewerb und wirken sich positiv auf die Innovationskraft von Startups wie auch von etablierten und marktführenden Unternehmen aus. Durch diesen hart umkämpften Ideenwettbewerb gelingt es der Schweiz, sich regelmässig den ersten Rang auf dem Global-Innovation-Index zu sichern.»
– Andri Silberschmidt

 

Gerhard Andrey«Startups sind die Gradmesser für das, was auf uns zukommt. Und das beflügelt meine ‘Nostalgie du Futur’! Vor allem dann, wenn grosse Herausforderungen mit einem Sinn für das Gemeinwohl angegangen werden.»
– Gerhard Andrey

Urs Hofer

 

«Startups sind wichtige Treiber für Innovation. Etablierte Unternehmen sind wie Elefanten: Robust, aber auch etwas träge. Startups sind wie Windhunde: Schnell und dynamisch, dafür aber auch anfälliger. Es braucht beides – und die Windhunde treiben insbesondere auch die Elefanten zu mehr Geschwindigkeit.»
– Urs Hofer

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Startup Magazin 2020.