Das Unternehmen Acodis ermöglicht es, anhand von intelligenter Dokumenten- verarbeitung (IDP) Informationen aus Dokumenten in strukturierte Daten umzuwandeln – und das in Sekundenschnelle. Lästiges Abtippen ist Vergangenheit.

Obwohl sie heute noch häufig anzutreffen sind, sind sie einigen ein Dorn im Auge: Dokumente. Denn viele Informationen liegen ungenutzt versteckt in Abschnitten, Sätzen oder Tabellen. Mühsam sind insbesondere das Aufbewahren und die Verarbeitung dieser Daten. Auf genau dieses Problem stiessen auch die Gründer von Acodis. Als sie eine Bergsteiger-App entwickeln wollten, stellten sie fest, dass die benötigten Daten hauptsächlich in unstrukturierten Dokumenten und nur in gedruckter Form verfügbar waren. Die Informatikabsolventen der ETH Zürich wollten sich nicht mit manuellem Abtippen herumschlagen und suchten nach Möglichkeiten, diese Aufgabe mit neusten Machine-Learning-Technologien zu automatisieren.

Dokumentenverarbeitung revolutionieren

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, neue Lösungen zur Automatisierung von Prozessen der Dokumentenverarbeitung zu entwickeln. Nach der Gründung entwickelte sich Acodis zum weltweiten Spitzenreiter in der Tabellenerkennung sowie zum Experten im Bereich der intelligenten Dokumentenverarbeitung. Bis anhin ist es dem Unternehmen gelungen, die Datenextraktion von über 40 Kunden erfolgreich zu automatisieren. Firmen wie Allianz, Rhenus Logistics sowie die ETH Zürich zählen auf die Dienste von Acodis.

Dank Datenextraktion Fehlerquote reduzieren

Doch wie funktioniert die intelligente Dokumentenverarbeitung genau? Generell lässt sie sich in drei Schritte aufgliedern: Annotieren, Trainieren, Nutzen. Benutzerinnen und Benutzer laden einige Beispieldokumente auf die Plattform von Acodis, sortieren diese in unterschiedliche Klassen und markieren die relevanten Datenpunkte. Die Machine-Learning-Modelle können ohne Programmierkenntnisse trainiert werden. Neue Dokumente werden nach dem Training automatisch der korrekten Klasse zugewiesen und die relevanten Daten können im Anschluss strukturiert, beispielsweise als Excel-Datei, heruntergeladen werden. Damit werden manuelle Prozesse automatisiert und der bisherige Zeitaufwand um bis zu 90 Prozent verringert. Als erfreulicher Nebeneffekt sinkt die Fehlerquote ebenfalls drastisch, da Tippfehler unmöglich sind.

Kreditanträge mit IDP automatisieren

Zu den Kunden von Acodis zählen auch Schweizer Banken. Für einen Kreditantrag müssen deren Kunden unterschiedliche Dokumente, darunter Lohnabrechnungen, zur Prüfung einreichen. So erhält die Bank jährlich mehrere 10’000 Dokumente. Das Überprüfen der Daten wird gewöhnlich manuell durchgeführt, was viele Arbeitsstunden kostet. Doch dank der intelligenten Dokumentenverarbeitung von Acodis konnte der Prozess automatisiert werden. Die Bank verfügt nun über eine moderne Anwendung zur Erfassung von Lohndaten – jederzeit und überall. Die Lösung

ist flexibel und erlaubt es, die Dokumentenanalyse nahtlos in vorhandene Prozesse zu integrieren. Zudem unterstützt Acodis beim Aufdecken von Betrugsversuchen, indem die Lohnabrechnungen auf Manipulationen untersucht werden.

 

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Dieser Artikel ist als Erstpublikation im Startup Magazin 2021 erschienen.