Pro Jahr werden in der Schweiz 300 Startups gegeründet – Tendenz steigend. In den unterschiedlichsten Branchen macht sich eine Startup-Kultur spürbar. Die Studie «Swiss Startup Radar» zeigt eine Bestandsaufnahme von 4000 Schweizer Startups.

Heute werden vier Mal mehr Startups gegründet als noch vor 15 Jahren. Die steigende Gründungsaktivität spricht für den starken Wirtschaftsstandort Schweiz. Vor allem in Sachen «Deep Tech» zählt die Schweiz zu den führenden Nationen der Welt, wie die Studie «Startup Radar 2018/2019» verlauten lässt. Laut dem Finanzinstitut BBVA sind «Deep Tech»-Startups Unternehmen, die auf substanziellen wissenschaftlichen Fortschritt und High-Tech-Innovationen setzen. Diese Form der Innovation ist in zahlreichen Berufsfeldern anzutreffen. Sie bedient sich Methoden wie Big Data, künstlicher Intelligenz sowie Deep Learning.

Schweiz mit eigenständigem Branchenprofil

Ziel der von der Uni Lausanne veröffentlichten Studie war es, Schweizer Startups international zu vergleichen. Die Forscher analysierten die Entwicklungskurve und legten den Schwerpunkt auf Schweizer Eigenheiten. In diesem Punkt hebt sich die Schweiz als Startup-Land besonders durch ihre breite regionale Verteilung ab. Während in anderen Ländern dominierende Ballungsräume bestehen – wie beispielsweise in London, Berlin, Paris oder New York – sind die Startups in hiesigen Gefilden gleichmässiger verteilt. Der Kanton Zürich macht einen Drittel aller Startups aus, gefolgt vom Kanton Waadt mit 15 Prozent. Weitere dominierende Hubs sind die Schweizer Grossstädte Genf, Zug und Basel.

Überproportional viele Startups aus der Medizintechnik, der Industrie und der Energie- sowie Cleantech-Branche wurden in den letzten Jahren gegründet. Die Anzahl Startups aus dieser Branche fällt doppelt so hoch aus wie in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder Spanien. Weniger stark vertreten sind E-Commerce-Firmen und Internet-Marktplätze, die unter Branchenkennern für Startups als typisch gelten.

Harzige Entwicklung bei Startups

Der internationale Vergleich zeigt: Schweizer Startups schaffen in den ersten zehn Jahren seit der Gründung weniger Arbeitsplätze als die Konkurrenten in Westeuropa. Nach sechs Jahren sinkt das Konkursrisiko und erst nach zehn Jahren beginnt die eigentliche Wachstumsphase. Überwindet ein Unternehmen einmal die Marke von zehn Jahren, wächst es im zweiten Jahrzehnt doppelt so schnell. Als mögliche Gründe dafür sehen die Forscher die Entwicklung ausgeklügelter Produkte oder langwierige Produktlebenszyklen. Daneben können auch eine weniger riskante Strategieführung oder das Fehlen von qualifizierten Fachkräften Ursache sein.

Damit entspricht die Schweizer Startup-Szene nicht dem klassischen Bild. Mit ihren spezifischen Eigenheiten gilt es, innovative Startups in traditionell starke Branchen einzubetten.