Das Schweizer Startup Sedimentum hat eine intelligente kontaktlose Sturzerkennung entwickelt. Seine Lösung arbeitet mit einem KI-Algorithmus und anonymisiert die Daten komplett. Das Startup überzeugte damit diverse Gesundheitsinstitutionen, Kunden und Partner von Sedimentum zu werden. Zudem setzen prominente Verwaltungsräte und Investoren mit Expertise und Kapital auf das HealthTech-Startup.

 

Jährlich stürzen weltweit über 16,4 Millionen Menschen in Wohneinrichtungen und brauchen anschliessend eine medizinische Versorgung. Obwohl ein Teil von ihnen ein Notrufsystem besitzt, kann dieses häufig nicht aktiviert werden. Die Hauptgründe dafür sind Bewusstlosigkeit oder die sturzbedingte Unfähigkeit, den Alarm auszulösen. Sedimentum beseitigt diese gefährliche Hürde, indem sein Sensor Stürze automatisch erkennt und bei Bedarf auch gleich den Alarm auslöst. «Unsere Sturzerkennung ist passiv und einfach zu handhaben, das heisst es braucht keine aktive Aktion, um Hilfe zu bekommen – kein Hilferuf, kein Knopfdruck, nichts. Dies unterstützt und entlastet das Pflegepersonal und Angehörige von sturzgefährdeten Personen. Die Privatsphäre bleibt dabei vollständig erhalten», erklärt Mitgründer und CEO Sandro Cilurzo.

Datenschutz als Alleinstellungsmerkmal

Initiant Sandro Cilurzo hat zuvor als IT-Security Officer in einer grossen psychiatrischen Klinik gearbeitet. Die bestmögliche Wahrung des Datenschutzes und der Privatsphäre ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Gerade im Gesundheitswesen sind schliesslich die Datenschutzanforderungen besonders hoch, weil dort äusserst sensitive Personendaten verarbeitet werden. Der Sturzmelder von Sedimentum arbeitet weder mit Kameras noch Mikrofonen. Echte Anonymität bedarf aber weit mehr als das. Sensordaten sind nämlich nicht, wie oft fälschlicherweise gedacht, per se anonym. Deshalb entwickelte Sedimentum ein zusätzliches Massnahmenpaket zur Daten-Anonymisierung.

 

Die KI-basierte Software kann bei Wahrung der kompletten Anonymität alltägliche Bewegungen wie eine Yogaübung, eine herumtollende Katze oder eine auf dem Boden liegende Person von einem effektiven Sturzereignis unterscheiden. «Unsere Lösung ist aus juristischer Sicht komplett anonym und ein Game-Changer auf dem Gesundheitsmarkt», betont Cilurzo. Die intelligenten Sturzsensoren von Sedimentum sind demnach bereits in diversen Gesundheitseinrichtungen wie Pflegeheimen, Psychiatrien und Alterswohnungen im Einsatz. Kürzlich gab Sedimentum zudem die Partnerschaft mit Bonacasa, dem Marktführer für Smart Living in den Bereichen barrierefreies Wohnen und Service-Wohnungen, bekannt.

Finanzierung soll Expansion in den DACH-Markt beschleunigen

Sedimentum überzeugte damit in der Seedphase bedeutende Investoren vom Business Case und schloss die Finanzierungsrunde mit 2,1 Millionen Schweizer Franken erfolgreich ab. Mit dem frischen Kapital will Sedimentum die Expansion in die DACH-Region beschleunigen, den Vertrieb ausbauen und die Produktionskapazitäten steigern. «Die erfolgreiche Seed-Finanzierungsrunde bestärkt uns in unserem bisherigen Handeln, unseren Unternehmenswerten, unserer Vision und hat eine klare Signalwirkung», meint Sandro Cilurzo.

Den Verwaltungsrat verstärken drei erfahrene und gut vernetzte Mitglieder. Iris Welten, Verwaltungsrätin im Alterszentrum Blumenheim und ehemalige CEO der BaselArea unterstützt Sedimentum als Corporate Governance Expertin und mit ihrer strategischen, internationalen und branchenrelevanten Expertise. Stefan Buser, ehemaliger CFO bei SENIOcare, stärkt das Kompetenzfeld Finance and Controlling. Unter ihm konnte die führende Altersheimgruppe SENIOcare 2015 an Tertianum verkauft werden. Marcel Dürr, ein Mitgründer und VRP der Parallel Informatik AG, stellt Sedimentum seine Erfahrungen in der Organisations- und Software-Entwicklung zur Verfügung.

 

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