«Wir helfen dir dein Smart Home zu realisieren»

Energie sparen, Komfort geniessen und sich sicherer fühlen. All dies macht Apilio, das Startup von Philipp Ebneter und Dan Turner, möglich. Im Interview erzählen sie uns wie ihr cloudbasierter Service dein Haus smarter macht und wie ein Tweet zur Gründungsidee führte.


Apilio

Namen der Gründer: Philipp Ebneter und Dan Turner

Gründungsjahr: 2018


Unsere Geschäftsidee:

Apilio bietet einen cloudbasierten Service an, mit welchem AnwenderInnen mit gewöhnlichen Smart Devices wie Lampen, Thermometern, Bewegungsmeldern usw. ein Smart Home realisieren können. Der Hersteller der Geräte ist dabei egal – die einzige Voraussetzung ist (aktuell) eine Schnittstelle zu IFTTT. Die Ziele der Benutzenden sind meist Energiesparen, mehr Komfort oder ein besseres Sicherheitsgefühl. Der Unterschied zu vielen anderen Lösungen ist, dass die Einstiegskosten tief sind bei gleichzeitig sehr hoher Flexibilität.

Auf die Idee hat mich ein Tweet gebracht. Darin hat der Autor gefragt, wie man den bereits vorhandenen Geräuschsensor seiner im Wohnzimmer platzierten Wetterstation auch als Alarmanlage verwenden könnte.

Unsere Kunden:

Unsere Nutzer sind technikaffine Privatanwender auf der ganzen Welt. Der weitaus grösste Markt sind die USA, gefolgt von Europa und Asien.

Co-Founder Dan Turner von Apilio (Foto: Apilio)

Dieses berufliche Know-How haben wir für die Gründung unseres Startups mitgebracht:

Philipp hatte BWL studiert und durch verschiedene beruflichen Stationen viel Erfahrung in Projektmanagement, Beratung, Prozessdesign und Cloud-Architekturen gesammelt.

Dan ist Physiker und war viel unterwegs, bevor er vor etwa 20 Jahren ein Logistik-Startup mitgegründet, erfolgreich aufgebaut und schliesslich vor kurzem verkauft hat. Er hat also bereits einmal ein Startup aufbaut, finanziert und entwickelt. Somit bringt er dementsprechend viel Erfahrung mit.

Das mussten wir von Grund auf erlernen:

Für Philipp war vor allem der Gründungsvorgang, das Recruiting und die Führungsverantwortung komplett neu. Viele andere Themen hatte er an der Uni schon mal gehört und gelernt, aber zum ersten Mal in der Praxis angewendet.

Die grössten Herausforderungen:

Neben dem Aufspüren und Gewinnen von passenden neuen Team-Mitgliedern war und ist es vor allem, Aufgaben zu verteilen und ein gut funktionierendes Team zu werden. Bald steht auch noch eine neue Finanzierungsrunde an – ein Vorgang, den man auch nicht alle Tage macht.

Unsere grössten Erfolge:

Kurz nach der Gründung mussten wir aus rechtlichen Gründen alle frühen NutzerInnen darum bitten, dem Übertrag an die neue Gesellschaft zu bestätigen. Wir waren sehr erleichtert zu sehen, dass ein grosser Teil diese eher lästige Aufgabe gemacht hat.

Seit Oktober sind wir ausserdem ein offizieller Service auf der Integrationsplattform IFTTT. Dieser Schritt macht die Konfiguration von Apilio viel einfacher und bringt uns eine viel höhere Visibilität. Beides macht sich bereits positiv in den Schlüsselkennzahlen bemerkbar.

Co-Founder Philipp Ebneter von Apilio (Foto: Apilio)

So hat sich unser Leben nach der Gründung verändert:

Das Leben ausserhalb der Berufswelt hat sich nicht stark verändert, da wir weiterhin eine gut Life-Work-Balance suchen. Das Denken bei der Arbeit hat sich schon etwas verändert: Auch wenn man vorher schon “unternehmerisch” gedacht hat, ist als Selbständiger der Fokus auf Nutzen/Ertrag nun noch viel ausgeprägter geworden. Man priorisiert automatisch härter und ist pragmatischer.

Ein Blick in die Zukunft:

Aktuell arbeiten wir an einem Design-Update und dem Einführen eines Bezahl-Abos. Danach wird es vor allem darum gehen, durch Vereinfachung und Marketing eine grössere Zielgruppe anzusprechen, um die Nutzerzahlen zu vervielfachen.

Unsere wertvollsten Tipps für die Gründung eines Startups:

Entwickle nicht im stillen Kämmerchen! Praktisch heisst das zum einen, möglichst früh etwas im Markt auszuprobieren und Feedback zu sammeln. Der Service von Apilio zum Beispiel war schon zwei Jahre vor der Firmengründung produktiv, und entsprechend ist schon viel Nutzer-Feedback in die Anwendung geflossen. Zum anderen bedeutet es, sich in ein Netzwerk von anderen Startups einzufügen. In unserem Fall ist das der Runway Incubator der ZHAW, der uns ein Zuhause bietet und durch den wir schon viele wertvolle Kontakte aufbauen konnten.

Unsere Startup-Anekdote:

Philipp: Unsere Firma hat den Sitz in England und dementsprechend sind unsere Gründungsdokumente in Englisch. Seitenweise Juristenenglisch zu lesen und zu verstehen war schwierig, aber mit der Zeit hatte ich sogar Spass daran!