«Lernbereitschaft ist das Wichtigste»

Der Start war nicht gerade vielversprechend: Der erste und einzige Kunde, der Luca und Ramon auch den Mut zur Gründung gegeben hatte, sagte am Tag der Gründung wieder ab. Das hat den beiden kurz den Boden unter den Füssen weggerissen. Es hat sie aber auch für das Startup-Leben gewappnet. Von ihren Learnings und Erfolgen erzählen sie im folgenden Interview.


InnoFind

Namen der Gründenden:
Luca Indermühle, Ramon Herzig

Gründungsjahr:
2021


 

Die Geschäftsidee:

Die Idee zu InnoFind entstand, als wir beide je eine neue Wohnung eingerichtet haben. Das Angebot an Möbel im Internet ist unglaublich, ebenso der Frust, hunderte oder teils sogar tausende Produkte durchzuschauen. Als leidenschaftliche Techies waren wir sofort überzeugt, dass es besser gehen muss.

Mit InnoFind erkennen wir den visuellen Geschmack von Webshop-User innert Sekunden und zeigen sofort Produkte an, die zu den individuellen Vorstellungen passen. Oftmals schaut man sich nur die ersten beiden Ergebnisseiten im Webshop an, alles was danach kommt, verstaubt im Lager der Händler. Durch die individuelle Sortierung sieht jeder User sofort relevante Produkte.

Eine kleine Demo von InnoFind:

Wie war es als Tech-Duo zu gründen?

Zu Beginn waren wir eher unsicher, ob dies nicht zum Nachteil werden könnte, da die Business-Erfahrung im Team doch eher fehlte. Aber dank der Vielzahl an Coaching-Möglichkeiten im Startup-Ökosystem konnten wir schnell Wissen aufbauen und uns auf enormes Fachwissen von Experten verlassen. Und alles in-house zu entwickeln, hat durchaus auch seine Vorteile. (grinst) Aus unserer Sicht ist das Wichtigste, lernbereit zu sein. Dazu darf man sich nicht zu schade zu sein, Hilfe zu holen, um das fehlende Wissen oder die fehlende Erfahrung wett zu machen.

InnoFind Gründer Ramon Herzig und Luca Indermühle
Die InnoFind-Gründer Ramon Herzig und Luca Indermühle konnten von der Idee bis zum Produkt alles selbst entwickeln.

Was musstest ihr von Grund auf lernen?

Der Verkauf im B2B-Bereich war für uns beide Neuland. Die ersten Gespräche waren schon eine grosse Herausforderung. Unsere Unerfahrenheit wurde aber zum Glück von unseren Kunden gut akzeptiert und sorgte zum Teil für Schmunzler und lockere Stimmung, was im Verkaufsprozess nie schadet. (zwinkert)

Was waren die grössten Herausforderungen?

Definitiv die Akquise. Es ist relativ schwierig, mit den grossen Online-Händlern in Kontakt zu kommen. Hier haben wir zu Beginn unterschätzt, wie wichtig ein gutes Netzwerk ist. Beim Aufbau einer eigenen Firma gibt es aber auch jeden Tag unzählige kleine Herausforderungen. Das können unbedeutende Sachen sein, wie wer für den Freitagsputz zuständig ist oder welche Sozialversicherungen gebraucht werden? Genau das macht das Startup-Leben so spannend, denn man hat keine Chance in einen Alltagstrott zu verfallen.

Unsere grössten Erfolge:

Die Partnerschaft mit Galaxus sowie das deutsche Unternehmen OTTO als Kunden zu gewinnen, waren ganz spezielle Highlights für uns. So kitschig es auch klingt, ist der grösste Erfolg aber der Weg zum Ziel. Jeden Tag etwas Neues lernen und mit so vielen spannenden Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, macht unglaublich Spass und ist motivierender als jedes Gehalt, das wir in einem grossen Unternehmen verdienen würden.

Was sind eure nächsten Schritte mit InnoFind?

Aktuell fokussieren wir uns auf den Möbel- und den Modemarkt in Europa. Zukünftig wird sicher auch die USA relevant. Zudem werden wir mögliche Einsatzgebiete in weiteren Branchen validieren, beispielsweise Schmuck und Secondhand-Ware.

Euer wertvollster Tipp für die Gründung eines Startups?

Macht nicht den gleichen Fehler wie wir: Zu lange im stillen Keller rumbasteln. Sucht besser aber ab Tag eins den Austausch mit möglichen Kunden und Partnern. So könnt ihr früh validieren, ob an der Idee etwas dran ist und es sich lohnt, weitere Energie in die Idee zu stecken. Auch Startup-Förderprogramme wie beispielsweise „be-advanced“ helfen enorm, eine Idee so rasch wie möglich zu validieren.

 

Webseite InnoFind