«Für Hobbies bleibt keine Zeit mehr.»

Die Gründer der ph. AG haben mit KAEX basic ein Produkt entwickelt, welches nach Alkoholgenuss die körpereigenen Reserven mit wichtigen Biomolekülen ergänzt – und so einen Kater vorbeugt. CEO Pedro Schmidt erzählt, wie die ph.AG ihre Vision umsetzt und was die Gründenden auf ihrem Weg gelernt haben.


ph. AG

Produkt: KAEX basic

Namen der Gründer: Pedro Schmidt, William Reinecke, David Guntern

Gründungsjahr: 2016


Unsere Geschäftsidee:

PEDRO SCHMIDT: Bei einem Studierenden-Ausflug nach Köln haben wir – wie es sich für Studierende gehört – ordentlich Party gemacht. Am nächsten Tag ging es uns entsprechend. Der Besuch einer grossen Drogerie war sehr „ernüchternd“, denn es gab kein einziges Produkt, das spezifisch für den Hangover konzipiert war. Dies war im November 2011, als ich kurz vor meinem Abschluss in ‚Pharmazeutische Wissenschaften‘ an der ETH Zürich stand. Diese Erfahrung liess mich nicht mehr los und so fing ich mit der Forschung an. Rund 4 Jahre später wurde der erste Prototyp fertiggestellt und die Rückmeldungen meiner Kollegen war eindeutig: „Bring das bitte auf den Markt!“

KAEX
Pedro Schmidt (Mitte) gründete 2016 zusammen mit William Reinecke und David Guntern das Unternehmen ph. AG. (Foto: ph. AG)

Unsere Kunden:

25-35-jährige berufstätige Leistungsträger, die den Alltag zwischen Arbeitsstress, Sport und dem feierabendlichen Bier jonglieren müssen. 

Dieses berufliche Know-How haben wir für die Gründung unseres Startups mitgebracht:

Ich habe 4 Jahre Berufserfahrung in der Pharmaindustrie gesammelt, William hat eine eigene Distributionsfirma, die über 35’000 verschiedene Artikel an Grossverteiler wie Migros, Coop und Manor zuliefert und Dave betreut mit seiner eigenen Digitalagentur Grosskunden wie SBB, BMW und andere. 

Das mussten wir von Grund auf erlernen:

Die Wertschöpfungskette eines Startups. Bei Grossfirmen kann man direkt mit einem grossen Budget starten. Bei einem Startup muss man sich hingegen mit kleinen Budgets behaupten. 

Die grössten Herausforderungen:

Die Up und Downs zwischen Finanzierungsrunden zu bewältigen: zunächst auf absoluter Sparflamme die Burn-Rate minimieren und dann ohne Vorlaufzeit grosse Projekte umsetzen.

Unsere grössten Erfolge:

KAEX basic ist in allen Apotheken, Drogerien, bei Manor, Coop und Coop pronto erhältlich. Das hatten wir im Business Plan – rund 1.5 Jahre vor dem Launch – so vorgesehen. Migros war aufgrund ihrer restriktiven Strategie gegenüber Fremdmarken und der Tatsache, dass sie keinen Alkohol führen, nie teil des Business Plans. Die unverhoffte Listung bei ihnen beweist, dass wir den Mainstreamkanal vollkommen einnehmen konnten und zählt zu unseren grössten Erfolgen. Heute gehören wir bereits zu den Top 100 bestverkauften Drogerieprodukten in der Schweiz. Daraus entstanden mittlerweile viele Partnerschaften mit renommierten Firmen wie Google, ProSieben und weiteren.  

So hat sich unser Leben nach der Gründung verändert:

Natürlich wird viel mehr gearbeitet als früher, und dies zu einem viel schlechteren Lohn. Leider bleibt auch keine Zeit mehr für Hobbies übrig. Dies ist allerdings nur teils zu spüren, da man sich dafür beim Startup kreativ ausleben kann.

KAEX
Ihr Produkt KAEX basic trägt zur Regenerierung des Körpers nach Alkoholgenuss bei. (Foto: ph. AG)

Ein Blick in die Zukunft:

Wir befinden uns in der 4. Finanzierungsrunde, die wir mit sehr renommierten Finanzpartnern als Unterstützung im Fundraising durchführen können. Wir werden bis Ende Oktober 2020 5 Millionen Franken akquirieren und damit den Deutschland-Launch finanzieren. Zwischen 2019 und 2022 ist eine 75-fachung des Umsatzes prognostiziert. Besonders freuen wir uns auch auf die Produkterweiterung und Lancierung unseres Arzneimittels KAEX dolo Anfang Juli 2020.

Unsere wertvollsten Tipps für die Gründung eines Startups:

Sobald es um Kapitalakquirierung geht, wird in der Schweiz vorausgesetzt, dass man eine sehr klare Vorstellung aller Geschäftsbereiche – nicht nur des Produktes – mitbringt. Ein fundierter Business Plan ist in der Schweiz nach wie vor eine Voraussetzung. Wenn der erste Eindruck nicht passt, machen Schweizer Investoren oft sofort dicht. 

Eine spannende Anekdote zum Schluss:

Es war spannend, die Schweizer „Löwen“ kennenzulernen. Roland Brack und Bettina Hein sind sofort nach der Sendung auf mich zugekommen, haben Duzis gemacht und ein bisschen geschwatzt. Das war super sympathisch. Jürg Marquard ist auch hinter der Kamera ein „Jokester“ und hat überall für Lacher gesorgt. 

Vielen Dank für das Interview!

KAEX

 

Webseite ph. AG     Webseite KAEX     Instagram     Facebook