«Ein gutes Team ist nicht nur da, um Erfolge zu feiern sondern auch um Misserfolge gemeinsam durchzustehen.»

Dank der MyCamper Sharing-Plattform sollen Camper nicht monatelang in der Garage stehen müssen bis endlich der nächste Urlaub der Besitzer:innen ansteht. Stattdessen sollen in der Zwischenzeit andere in den Genuss des ortsunabhängigen Reisens kommen. Im Interview geht es um die Herausforderungen und Erfolge, um die Zukunft von MyCamper sowie ihre Tipps an andere Startup-Gründer.


MyCamper

Namen der Gründenden:
Michele Matt, Mirjam Affolter, Stefan Lieberherr

Gründungsjahr:
2015


 

Was ist die Geschäftsidee von MyCamper?

MyCamper ist eine Online-Plattform, auf der ein Camper-Besitzer:innen mit wenigen Klicks sein/ihr Fahrzeug anderen reisefreudigen Menschen zur Vermietung anbieten kann. Mietinteressenten finden aktuell auf MyCamper über 2’000 Camper, die sie ganz einfach online mieten können – inklusive Versicherung. MyCamper führt Mieter:innen und Vermieter:innen zusammen und erhält bei jeder erfolgreich abgeschlossenen Buchung eine Vermittlungsprovision.

Die Gründer:innen von MyCamper möchten verhindern, dass viele Camper-Besitzer:innen ihre mobilen Freunde einen Grossteil des Jahres in der Garage stehen haben. Damit die Camper häufiger zum Einsatz kommen, gründeten sie eine Sharing-Plattform, um ihre Fahrzeuge mit weiteren abenteuerlustigen Menschen zu teilen. So können die Standzeit der Camper reduziert und die Fixkosten für deren Instandhaltung geteilt werden.

Wer sind eure Kunden?

Wir haben vor allem Familien und Paare im Alter zwischen 30 und 55 Jahren, die bei uns Camper mieten und vermieten. Grundsätzlich wollen wir aber alle ansprechen, die mit dem Camper in die Ferien fahren wollen, jedoch keinen haben und alle, die einen Camper haben, diesen aber gerne teilen möchten.

Was musstest ihr von Grund auf erlernen?

  • Einen zweiseitigen Markt aufzubauen
  • Verhandlungen mit grossen Corporates zu führen
  • Erfolgreich Finanzierungsrunden abzuschliessen
  • Ein Team zu führen
Gruppe jubelt im Park - Team MyCamper
MyCamper ist eines der am schnellsten wachsenden Reise-Startups: Da nimmt auch die Herausforderung der Teamführung zu.

Was waren bisher die grössten Herausforderungen?

Die Akquise von Camper-Vermieter:innen ist herausfordernd aber essentiell, damit wir unseren zweiseitigen Marktplatz ungefähr im Gleichgewicht halten können. Auch der Aufbau der Versicherungspartnerschaft und -lösung war komplex und langwieriger als erwartet. Und dann kam noch dazu, dass wir mit der veränderten Marksituation durch die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen hohen Dieselpreise umgehen mussten. Das hat es uns nicht leicht gemacht.

Was sind die grössten Erfolge, die ihr mit dem Startup bisher erreicht habt?

  • Hohe Zufriedenheit in unserer Community und eine sehr hohe Weiterempfehlungsrate
  • Ein Buchungsvolumen im zweistelligen Millionenbereich
  • Diverse Startup Award Auszeichnungen: Wir waren SEF Finalist und belegten den 2. Platz der schnellst wachsenden Travel Startups in Europa im Ranking der Financial Times

Was sind eure Pläne für die nächsten Jahre?

Wir wollen in Zukunft möglich machen, dass Campingplätze und Stellplätze ebenfalls über MyCamper gebucht werden können. Ausserdem planen wir die komplette Übernahme von unserem Partner Housecar in den skandinavischen Ländern im nächsten Jahr. Parallel evaluieren wir weitere Märkte.

Was sind eure wertvollsten Tipps für die Gründung eines Startups?

Erstens, baue ein gutes Gründerteam auf, mit dem du Erfolge feiern und Misserfolge gemeinsam durchstehen kannst. Zweitens, sei mental auf „ups und downs“ vorbereiten. Drittens, suche dir eine Mentorin oder einen Mentor, die oder der das bereits gemacht hat, was du zu machen planst. Und dann: Einfach machen – und durchhalten –, denn Vieles ergibt sich beim «doing».

Zu MyCamper