«Wenn du dem nachgehst, was dich glücklich macht, wird es nie zum Misserfolg.»

Wir hören weitaus mehr von Männern in Führungspositionen als von Frauen, dabei haben es Unternehmerinnen genauso drauf wie ihre männlichen Kollegen. Deswegen haben wir uns mit Anastasia Hofmann und Naomi MacKenzie, Gründerinnen von KITRO, unterhalten. Im Interview erzählen sie uns, was sie zur Unternehmensgründung inspiriert hat, wen sie gerne mal zum Lunch treffen würden und welche Prinzipien sie verfolgen.


Anastasia Hofmann & Naomi MacKenzie

Gegründetes Unternehmen: Kitro

Gründungsjahr: 2017


STARTUPDATE: Was inspirierte euch zur Idee und zur Unternehmensgründung?

 Anastasia Hofmann & Naomi MacKenzie
2017 gründeten Anastasia Hofmann (links) und Naomi MacKenzie (rechts) das Unternehmen KITRO. (Foto: KITRO)

ANASTASIA & NAOMI: Durch unsere Erfahrung in der Küche und im Service haben wir gesehen, wie viel perfekt essbares Essen jeden Tag verschwendet wird. Die Diskrepanz zwischen denen, die Lebensmittel im Überfluss haben, und denen, die täglich um Nahrung kämpfen, hat uns dazu veranlasst, das Thema weiter zu vertiefen. Als wir unseren Fokus auf die Umwelt lenkten, sahen wir, wie viele Ressourcen durch Lebensmittelverschwendung und fehlenden Überblick oder ungenügendes Management verschwendet werden.

Unternehmerin zu sein bringt auch viel Verantwortung mit sich. Was tut ihr, wenn ihr den Mut verliert?

Als Unternehmerin wird man viele Höhen und wirklich viele Tiefen durchleben. Das wir zu zweit sind, hat uns wirklich geholfen, die Tiefen zu überwinden und weiterzumachen. Wir haben eine sehr offene Kommunikation und wir nehmen uns Zeit, um das Erreichte zu reflektieren. Wir versuchen unsere Tiefs, Belastungen oder Sorgen zu kommunizieren. Bei einem Tief hilft es, uns selbst nicht zu ernst zu nehmen und uns gegenseitig daran zu erinnern, warum wir angefangen haben oder einfach mal gemütlich ein Bier zu trinken. 

Welche Aussagen oder Kommentare zu eurer Branche könnt ihr langsam nicht mehr hören?

Wahrscheinlich alles, was mit Covid zu tun hat. Die Branche ist ständig im Lockdown und das letzte Jahr war eine extrem herausfordernde Zeit für die Gastronomie-Branche.

Was würdet ihr tun, wenn der Tag 30 statt 24 Stunden hätte?

Wir wollen hier eine coole Antwort geben, aber wahrscheinlich würden wir mehr Kaffee trinken und die meiste Zeit damit verbringen, KITRO weiter aufzubauen. Wahrscheinlich würden wir einen Teil dieser Zeit nutzen, um ein neues Hobby zu beginnen.

Wie setzt ihr Prioritäten?

Das ist etwas, das sich im Laufe der Zeit verändert hat. Jetzt haben wir eine ziemlich strukturierte Herangehensweise, bei der jede seine eigenen Key Performance Indicators hat. Diese nennen wir Kitracks, und das sind im Prinzip unsere Messgrößen, für die wir verantwortlich sind und die uns anleiten, was wir priorisieren sollten. Jede Woche ist es unser Ziel sicherzustellen, dass wir unsere Kitracks erreichen.

 

KITRO
Mit ihrem Team wollen die beiden der Lebensmittelverschwendung in der Gastronomiebranche entgegenwirken – und das anhand von künstlicher Intelligenz. (Foto: KITRO)

Welche Prinzipien verfolgt ihr?

  1. Folge deinem Bauchgefühl.
  2. Die einzigen Einschränkung, die du hast, ist, auf die zu hören, die sagen, dass du etwas nicht kannst.
  3. Man sollte es immer wagen, zu versuchen oder zu fragen. Das Schlimmste was passieren kann, ist ein Nein zu erhalten und dann hat man es zumindest versucht.
  4. Hab Spass und spiel‘ viel Tischfussball.

Wie geht ihr mit Herausforderungen um?

Normalerweise setzen wir uns zusammen und besprechen das Problem, denken über die Optionen nach, was ist realistisch, was sind die Auswirkungen und welche Ressourcen haben wir. Dann nehmen wir den Weg des geringsten Widerstands mit dem höchsten Erfolgspotenzial.

Was ist der beste berufliche Rat, den ihr je erhalten habt?

Anastasia Hofmann & Naomi MacKenzie

ANASTASIA: Fokus! Und spreche mit deinen Kunden und Kundinnen und validiere sie, bevor du blindlings ein Produkt baust.

NAOMI: Wenn du dem nachgehst, was dich glücklich macht, wird es nie ein Misserfolg sein – egal wie es ausgeht.

Mit welcher Unternehmerin oder Unternehmer würdet ihr euch gerne mal zum Lunch treffen?

Wahrscheinlich ist das jetzt wenig überraschend, aber wir würden uns für ein Mittagessen mit Elon Musk entscheiden. Er scheint keine Grenzen zu kennen, wenn es um Technologie geht, so dass die Diskussion um die Zukunft wahrscheinlich bizarr, aber wirklich interessant wäre. Die Technologie, die bei Tesla verwendet wird, hat tatsächlich Inspiration für KITROs Einsatz der Bildverarbeitungsapplikation geliefert. Ausserdem würde eine Erwähnung von KITRO von ihm wahrscheinlich das Wachstum unseres Unternehmens exponentiell steigern.

Was war bisher der schönste Moment eurer Karriere?

Es ist schwer, sich auf einen einzelnen Moment festzulegen. Einerseits die Gründung des Unternehmens und unsere erste Finanzierungsrunde. Andererseits auch der Dezember 2020, in dem wir mit dem Grossteil unseres wachsenden Teams zusammensassen und darüber reflektierten, wie wir im Laufe des Jahres gewachsen sind, uns entwickelt haben und wie wir mit Covid umgegangen sind.

Vielen Dank für das Interview!

2017 gründeten Anastasia Hofmann und Naomi MacKenzie das Unternehmen KITRO. Mit ihrem Team wollen die beiden der Lebensmittelverschwendung in der Gastronomiebranche entgegenwirken – und das anhand von künstlicher Intelligenz.

Die beiden Unternehmerinnen haben 2016 die Ecole Hoteliere de Lausanne mit einem Bachelor in Hospitality Management abgeschlossen. Vorher, währenddessen und danach haben sie in Küchen, im Service und bei Events gearbeitet.

 

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