«Es kommt nicht so drauf an, WAS man macht, sondern WIE man es macht»

Wir hören weitaus mehr von Männern in Führungspositionen als von Frauen, dabei haben es Unternehmerinnen genauso drauf wie ihre männlichen Kollegen. Deswegen haben wir uns mit Sandra Fischer, Gründerin und CEO von Shea Yeah, unterhalten. Im Interview erzählt sie uns, wie sie mit Herausforderungen umgeht, ob sie je an ihrer Idee gezweifelt hat und was der beste Rat war, den sie je bekommen hat.


Sandra Fischer

Gegründetes Unternehmen: SHEA YEAH

Gründungsjahr: 2018


STARTUPDATE: Was inspirierte dich zur Idee und zur Unternehmensgründung?

Schon immer voller (Geschäfts-)ideen, wollte ich zusätzlich zu meinem 8 to 5 Job eine kreative Spielwiese schaffen. Ein Ort, an dem ich machen konnte, was ich wollte. Ein Ort, dem keine Grenzen gesetzt sind. SHEA YEAH ist das Ergebnis einer Reihe von nicht zusammenhängenden Ereignissen.

Fandest du es schwer, die Verantwortung über ein Team zu übernehmen? Und fällt es dir generell schwer, Aufgaben an andere zu delegieren?

Um delegieren zu können, muss man organisiert und strukturiert sein. Das war für mich zu Beginn eine grosse Herausforderung. Was für mich sternenklar war, war für andere unverständlich. Heute ist mir bewusst: Wenn ich weiss, wohin es geht und ich meine Vision klar in Worte fassen kann, werden meine Erwartungen vom Team auch erfüllt. Wenn ich allerdings nur schwammig weiss, was ich erwarte, so folgt erfahrungsgemäss praktisch immer die gegenseitige Enttäuschung.

Was gefällt dir am besten daran, selbständig zu sein?

Kreieren zu können, inspirieren zu können – die (gefühlte) Grenzenlosigkeit! 🙂

Unternehmerin zu sein, bringt auch viel Verantwortung mit sich. Was tust du, wenn du den Mut verlierst?

In den ersten zwei bis drei Jahren habe ich oft den Mut verloren. Heute kommt es selten vor. Mein Rezept: Pausen! Wenns mal nicht läuft, dann erzwinge ich den «Flow» nicht. Es gibt einfach Zeiten in denen man weniger produktiv ist. Ich bin dann nicht zu streng mit mir und gönne mir grössere Pausen, gar kurze bis freie Arbeitstage. Die nutze ich zum Ausruhen und Sammeln neuer Inspiration.
 
Sandra Fischer ist Gründerin von Shea Yeah
Sandra Fischer sucht Erholung und Inspiration gerne in der Natur.

Welche Aussagen oder Kommentare zu deiner Branche/zur Unternehmensgründung kannst du langsam nicht mehr hören?

«Ach was, davon kannst du wirklich leben? Es gibt doch schon so viele Kosmetik Brands auf dem Markt!»
 
Was würdest du tun, wenn der Tag 30 statt 24 Stunden hätte?
Mehr schlafen und immer frisch kochen – also das würde ich gerne. Die Realität wäre wohl so, dass ich beginnen würde, weitere Ideen umzusetzen.

Wie setzt du Prioritäten?

Anfangs Woche mache ich einen groben Wochenplan  mit allem, was zu erledigen ist. Diesen teile ich dann auf die Tage auf. Das funktioniert ganz gut! Dabei stelle ich mir zu den einzelnen Tasks immer die Frage: Bringen sie mich meiner Vision näher?
Naturkosmetik von Shea Yeah
Die Vision von SHEA YEAH: Naturkosmetik bester Qualität.

Welche Prinzipien verfolgst du?

1. Go with the flow! 2. Das was ich gebe, kommt auch zurück.

Wie gehst du mit Herausforderungen um?

Ich versuche sie zu akzeptieren, möglichst angenehm zu gestalten und daraus zu lernen, dabei zu wachsen. Ich halte Herausforderungen genauso wie die Erfolge in meinem stichwortartigen «Arbeits-Tagebuch» fest, das ich seit Beginn führe. Das hilft mir zu lernen und auch Sachen zu verarbeiten.

Wie feierst du Erfolge?

Oftmals vergesse ich die kleinen Erfolge, die ja so wichtig wären. Denke ich dran, so teile ich diese mit meiner Familie und Freunden, denn sie sind es, die mich bei SHEA YEAH im Hintergrund seit Beginn unterstützen.
SEHA YEAH Produkt
Auf Ihre SHEA YEAH Produkte kann Sandra stolz sein.

Hast du jemals an deiner Idee gezweifelt?

Eigentlich nicht. Ich glaube, schlussendlich kommt es nicht so drauf an, WAS man macht, sondern WIE man es macht. Meine Motivation ist heute grösser als zu dem Zeitpunkt, zu dem ich begonnen habe.

Was ist der beste berufliche Rat, den du je erhalten hast?

Ein Restaurantbesitzer hat mir mal gesagt: «Wenn ich allen Gästen, die ich kenne, das Mittag- oder Abendessen schenken würde, so wäre meine Kasse am Ende des Tages leer.» Das ist mir geblieben und ich habe mich dran gehalten, meine Produkte im Freundes- und Bekanntenkreis nicht wahllos zu verschenken. Schliesslich starten viele Unternehmen in den engsten Kreisen.

Mit welcher Unternehmerin würdest du dich gerne mal zum Lunch treffen?

Mit Gwyneth Kate Paltrow. Ihr Unternehmen GOOP ist Pionier in Sachen «Clean Beauty». Ich würde mich mit ihr über die neusten Trends in der Branche unterhalten, denn in der Beauty-Branche beginnen viele Trends in L.A. oder gar bei GOOP.
 

Vielen Dank für das Interview!

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