In einer alten Industriehalle in Winterthur bahnt sich etwas Neues an. Das Startup Flux Mobility AG präsentiert nur ein Jahr nach seiner Gründung den fertigen Prototyp seines elektrischen Nutzfahrzeugs. Das Konzept dahinter ist einzigartig.

Der Launch-Event beginnt mit visionären Worten: Nachhaltigkeit ist langsam. Aber wir brauchen sie schnell. Deshalb braucht es Leute, die bereit sind, auf eine Reise zu gehen, zu der man nicht alle Informationen hat. Nur dann kann Nachhaltigkeit schnell genug erreicht werden. Das beschreibt den Weg vom Startup Flux Mobility ziemlich gut.

Flux Mobility präsentiert seinen ersten Prototyp am Launch-Event. (Foto: Alyssia Kugler)

Flux stellt mit seinem modularen Konzept den Markt für elektrische Mobilität bereits im ersten Jahr seit der Gründung auf den Kopf. Ihre E-Nutzfahrzeuge können nach ihrem Konzept auf verschiedene Chassis basieren – auch auf Chassis von ehemaligen Diesel-Fahrzeugen. Der Verbrennungsmotor wird ausgebaut, ein skalierbares Batteriesystem eingebaut. So müssen die Fahrzeuge nicht komplett ausgewechselt werden, was Ressourcen spart und einmalig ist.

Ein Ingenieur vom Flux-Team erklärt einem Gast die Skalierbarkeit des Batteriesystems. (Foto: Zvg)

E-Mobilität ohne Kompromiss

Aussergewöhnlich daran ist vor allem die Leistungsstärke, die im Vergleich zum bestehenden Angebot von elektrischen Transportern viel besser ist. Konkret: Flux Fahrzeuge können ein Tempo von über 120 km/h fahren, in 15 Minuten geladen werden, mit voller Batterie 350 Kilometer weit fahren und können eine Nutzlast von 2’500 kg sowie zusätzlich eine Anhängelast von bis zu 3’500 kg transportieren. Alle diese Werte übertrumpfen den Status Quo von E-Transportern.

Mitgründer, Bill Zollinger, fährt zum Abschluss der Präsentation den ersten „Flux“ durch die zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besucher. (Bild: Zvg)

Individualisierung auf allen Ebenen

Umgesetzt wird das Konzept an Kastenwagen, Personentransportern und Spezialaufbauten, sowie an Fahrzeugen von Gemeinden und Blaulichtorganisationen. Individuelle Anpassungen sind für Flux kein Problem. Beispielsweise erzählt Mitgründer und CEO, Duga Hoti, am Launch-Event, dass es für die Fahrzeuge der Feuerwehr wichtig ist, den Stromstecker auf der linken Fahrzeugseite zu installieren, statt vorne bei der Motorhaube. Auch spezielle Nutz- und Anhängelasten, Radstände und Aufbauten, insbesondere auch solche mit hohem Energiebedarf, oder auch der Allrad-Antrieb sind bisher noch kaum verfügbar. Eine der Folgen: Flottenbetreiber, die auf Elektromobilität setzen, finden teils keine geeigneten Fahrzeuge.

Dank Flux können Flottenbetreiber einfach, schnell und nachhaltig auf Elektro-Mobilität umsteigen. (Bild: Zvg)

Umstieg auf E-Mobilität für Flottenbetreiber erleichtern

«Zahlreiche Unternehmen und Betriebe der öffentlichen Hand wollen ihre Flotte in naher Zukunft vollständig elektrifizieren. Allerdings sind für 35 % der zugelassenen Transporter keine praxistauglichen, elektrischen Lösungen am Schweizer Markt erhältlich. An diesem Beispiel wird deutlich: Der Markt verlangt nach flexibleren E-Transportern als sie derzeit verfügbar sind», so Duga Hoti, Gründer und CEO von Flux Mobility. «Diese Angebotslücke schliessen wir mit unserem modularen Ansatz für leichte, individuelle Elektro-Nutzfahrzeuge. Das Konzept kann auch auf gebrauchte Diesel-Fahrzeuge angewandt werden. Auf diese Weise können wir Firmen, die besonderen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit legen, eine optimale Lösung anbieten.» 

Viel Vertrauen in die Innovation unter anderem dank Markt-Know-how von MAN

Flux Mobility stützt sich auf die Expertise der Gründer und Mitarbeiter sowie einen etablierten Partner. Das Team umfasst ehemalige Mitarbeitende von Futuricum, dem Schweizer Marktführer für schwere E-LKW sowie einer Denkfabrik für Elektromobilität. Das Chassis für den Bau der Flux-Fahrzeuge basiert auf dem bewährten MAN TGE Transporter. MAN Truck & Bus Schweiz AG begleitet Flux Mobility auf ihrem Weg in den Schweizer Markt.