«Scheitern als Erfolgsfaktor sehen»

Fehler lehren einem mehr als Erfolge. An diese Erkenntnis knüpft das Konzept der Fuckup Nights an. Dort steht das Scheitern im Vordergrund.

 

“Failure is simply the opportunity to begin again, but this time more intelligently.”
– Henry Ford

 

Wie Henry Ford bereits sagte, ist ein Misserfolg nur die Chance, neu anzufangen, aber diesmal auf eine intelligentere Art und Weise. Aber man muss nicht jeden Fehler selber machen, um gescheiter zu werden. Man kann sich auch den Fehlern und Misserfolgen anderer bedienen, um daraus zu lernen. Das ist auch der Ansatz der Fuckup Nights.

 

Worum geht es an den Fuckup Nights?

Die Fuckup Night ist der Event, an dem drei bis vier Personen vor Publikum von ihren “Fuckups” erzählen. Die Geschäftsidee, die nicht funktionierte, das Produkt, das auf dem Markt nicht Fuss fassen konnte, die Startup-Idee, die niemand mitgestalten wollte – Nichts wird ausgelassen.

 

Vor Publikum übers Scheitern sprechen. Das gibt es nur an Fuckup Nights. (Bild: Sami el Sayed, booster magazine)

 

Öffentlich über das Scheitern zu sprechen ist neu. Während man gerne über seine Erfolge spricht, behält man typischerweise seine Misserfolge für sich. Aber die Fuckup Nights drehen die Wahrnehmung vom Scheitern um 180 Grad. Anstatt sich zu verkriechen, feiert man das Scheitern nahezu, weil man weiss, dass man aus Rückschlägen lernen und stärker werden kann. «Fails» können sogar zu einer Inspirationsquelle werden.

 

Die Fuckup Night in Winterthur

An der Fuckup Night Winterthur in der Coalmine Bar erzählte Ivana Drobek von ihrem Hin und Her zwischen Festanstellung und Selbständigkeit. In der Festanstellung war sie unglücklich, die Selbständigkeit wollte nicht klappen. Erst mit ihrer dritten Geschäftsidee, dem Coaching, konnte sie sich nachhaltig selbständig machen. Aus jedem Misserfolg konnte sie etwas dazu lernen, bis es klappte.

Jonas Müller hatte bereits in seiner Jugend einen entscheidenden Rückschlag, als er Fussball nicht zu seinem Beruf machen konnte. Als er in die Crossfit-Szene gefunden hat, konnte er als Profi-Crossfitter vom Sport leben. Er war lange erfolgreich und mental nicht darauf vorbereitet, die Qualifikationen für die Crossfit Games zu verpassen. Daraufhin brauchte er eine Auszeit und stieg danach in der Fitness-Szene als «Personal Trainer» ein.

 

Jonas Müller weiss aus Erfahrung:
“No fuck up, no growth.” (Bild: Sami el Sayed, booster magazine)

 

Mit dabei in Winterthur war auch Nico Leuenberger, Produzent der Podcast-Serie «abverheit». In seinen Podcasts portraitiert Leuenberger Startups und Unternehmer, die mit ihren Ideen gescheitert sind. Sie zeigen, dass Scheitern nicht das Ende ist, sondern erst der Anfang.

 

“Failure is an important part of your growth and developing resilience. Don’t be afraid to fail.”
– Henry Ford

 

Im Anschluss gibt es Networking und Apéro. (Bild: Sami el Sayed, booster magazine)