Wie aus einer Idee der erste elektrisch betriebene Lastwagen für die Abfallentsorgung der Schweiz entstand. Und wie die Winterthurer Designwerk Products AG die Logistik revolutionieren will. Ein Gespräch mit Fabian Wyssmann, Leiter Vertrieb und Marketing bei Designwerk.

Fabian, wie kommt man auf die Idee, einen E-LKW zu bauen?

Die Begeisterung für die E-Mobilität entstand mit einer vollelektrischen Weltumrundung durch die Designwerk-Gründer. Nach weiteren Projekten entwickelte Designwerk den ersten elektrischen 18-Tonnen-LKW auf Schweizer Strassen. Später wurde im Rahmen eines Leuchtturmprojekts der erste E-LKW für die Kehrichtlogistik auf die Strasse gebracht. Unter der Marke Futuricum werden nun auch LKWs kommerzialisiert. Heute ist Futuricum Teil der Designwerk Products AG. Darin sind die drei Marken Batteriewerk, MDC und Futuricum untergebracht.

Der Futiricum SEMI 40E rollt aus dem Werk (Foto: Designwerk Products AG)

Was gab den Anstoss, E-LKWs in Serie zu produzieren?

Man stellte sich die Frage, welches Fahrzeug sinnvoll sei für den elektrischen Betrieb. Der Kehrichtlastwagen ist eins dieser Fahrzeuge. Dies hat mehrere Gründe. Er ist oft in urbanen Gebieten unterwegs, hat einen hohen Kraftstoffverbrauch und verursacht beträchtliche Lärmemissionen. Zusätzlich fahren diese oft vorgegebene Routen, was sich als perfekt erweist. Durch die Unterstützung des Bundesamtes für Energie (BFE) wurden erstmals vier LKWs umgebaut und auf die Strasse gebracht.

Ihr seid also reif, die Serienproduktion zu starten?

Ja, zurzeit werden zwei Modelle in Serie produziert.

Gibt es ausserhalb der Entsorgungslogistik weitere Anwendungsbereiche?

Ja, die gibt es. In den Segmenten Verteil-, Recycling-, Bau- sowie in der Landwirtschafts- und Forstlogistik besteht grosses Potenzial. Durch Anstieg der Batteriekapazität können dereinst weitere Anwendungsgebiete erschlossen werden.

Ist der Fernverkehr ein angestrebtes Ziel?

Grundsätzlich lässt sich das nicht ausschliessen, wenn sich die Batterietechnologie weiter verbessert. Aber es gibt durchaus andere Konzepte, die sich durchsetzen könnten. Das längste Streckenprofil, das wir abdecken, beträgt heute 380 Kilometer. Das reicht für unsere Kundensegmente.

Gibt es bezüglich der Batterieentsorgung schon Lösungsansätze?

Die E-Fahrzeuge, die jetzt auf dem Markt sind, werden je nach Einsatzgebiet in 8 bis 14 Jahren aus dem Verkehr gezogen. Es gibt zwei Lösungen, wie man damit umgehen kann. Einerseits kann ein Grossteil der Ressourcen und Materialien recycelt werden. Andererseits können die Batterien auch in Gebäuden im Second Life weiterverwendet werden. So können wir auch ausserhalb der Mobilität einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Ihr produziert ausschliesslich in der Schweiz, ist das richtig?

Ja, wir haben auch viele Schweizer Zulieferer.

Seht ihr das als Vorteil?

Ja sehr. Wir bekennen uns auch stark zum Standort Schweiz, wegem den hohen Ausbildungs- und Qualitätsstandards.