Aufgrund des Coronavirus ist die Schweizer Wirtschaft in weiten Teilen zum Stillstand gekommen. Besonders heikel kann sich die Situation für Startups entwickeln. Eine mögliche Massnahme um Arbeitsplätze zu schützen und die Unternehmung agil zu halten, ist Kurzarbeit. Alles was du dazu wissen musst in Kürze.

Während vorübergehender Beschäftigungseinbruch kann Kurzarbeit Arbeitsplätze retten. Da viele kleinere und mittlere Unternehmen zurzeit eine Extremsituation erleben, stellt der Bund 10 Milliarden an Kurzarbeitsentschädigung und wirtschaftliche Soforthilfe bereit. Unternehmen haben die Möglichkeit sich ab sofort bis zum 30.09.2020 für Kurzarbeit anzumelden. Dies zu vereinfachten Bedingungen: statt einer Anmeldung 10 Tage vor Beginn der Kurzarbeit reichen nun drei Tage. Arbeitgebende müssen nur einen Tag des Arbeitsausfalles selber tragen.

Formular zur Voranmeldung der Kurzarbeit im Kanton Zürich.
Weiter nützliche Formulare findest du hier.
Formulare für andere Kantone findest du via diesem Link.


Zusätzliche Massnahmen
Ab dem 20.3.2020 besteht zudem die Möglichkeit, die Kurzarbeit auf Arbeitnehmende mit befristeten Arbeitsverhältnissen und Temporäre auszuweiten. Der Arbeitnehmende erhält 80 % der wegfallenden Entlöhnung. Es gilt weiter zu beachten:

-Arbeitnehmenden haben das Recht, die Kurzarbeitsentschädigung abzulehnen. Der Arbeitgeber muss diesen Arbeitnehmenden weiterhin den vollen Lohn auszahlen oder ihnen gegebenenfalls kündigen.
-Lernende, Temporärarbeitende und Personen in befristeter Anstellung sind von der Kurzarbeit nicht betroffen. Sie erhalten ihren vollen Lohn und da der Arbeitsvertrag befristet ist, können sie in der Regel auch nicht gekündigt werden.
-Die Kurzarbeit hat ebenfalls keinen Einfluss auf Ihre Beiträge für die Sozialversicherungen. Arbeitgebende und Arbeitnehmende müssen weiterhin die vollen Beiträge bezahlen.
-Kurzarbeit hat keinen Einfluss auf Arbeitslosenentschädigungs-Bezugsdauer. Das Arbeitslosentaggeld wird nach Kurzarbeit auf dem normalen Lohn berechnet.
(Quelle: www.ch.ch)

Was tun wenn die Arbeit und Einnahmen weniger werden? (Foto: unspalsh)

Erfülle dein Startup die Vorgaben
Anträge können an den Standortkanton eines Unternehmens gestellt werden. Im Kanton Zürich ist dies das Amt für Wirtschaft und Arbeit (siehe Box am Ende des Artikels). Es ist eine Voranmeldung zur Kurzarbeit auszufüllen. Folgende Bedingungen müssen gegeben sein, um Kurzarbeit beantragen zu können:

  1. Einen Anspruch können die Arbeitgeber für Arbeitnehmende geltend machen, welche die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das AHV-Rentenalter aber noch nicht erreicht haben. Zudem müssen Arbeitnehmende in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehen, dürfen nicht temporär oder befristet angestellt sein und keine arbeitgeberähnliche Funktion ausüben.
  2. Ein genereller Verweis auf den neuen Coronavirus reicht nicht aus, um einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zu begründen. Vielmehr müssen die Arbeitgeber weiterhin glaubhaft darlegen, weshalb die in ihrem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf das Auftreten des Coronavirus zurückzuführen sind. Der Arbeitsausfall muss somit in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Auftreten des Virus stehen.
    (Quelle: Amt für Wirtschaft und Arbeit / SECO)
Ein Bild, welches sich derzeit nicht mehr schiessen lässt: Volle Büros. (Foto: unsplash)

Gesetzliche Leitplanken
Zudem sind folgende zwei Voraussetzungen ebenso zu erfüllen. Die Kantone unterscheiden zwischen Arbeitsausfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und Arbeitsausfall auf Grunde der Abriegelung der Städte (behördliche Massnahme) oder auf Grunnd der Nachfragerückgänge infolge von Infizierungsängsten (wirtschaftliche Gründe).

a) Behördliche Massnahmen (Art. 32 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 AVIV):
Mit KAE werden Arbeitsausfälle entschädigt, die auf behördliche Massnahmen (z. B. Abriegelung von Städten) oder andere nicht vom Arbeitgeber zu vertretende Umstände zurückzuführen sind. Dies unter der Voraussetzung, dass die betroffenen Arbeitgeber die Arbeitsausfälle nicht durch geeignete, wirtschaftlich tragbare Massnahmen vermeiden oder keinen Dritten für den Schaden haftbar machen können.

b) Wirtschaftliche Gründe (Art. 32 Abs. 1 Bst. a AVIG):
Mit KAE können Arbeitsausfälle entschädigt werden, die auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar sind. Wirtschaftliche Gründe umfassen sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Gründe, welche einen Nachfrage- bzw. Umsatzrückgang zur Folge haben.
(Quelle: SECO)

Weiter muss gegeben sein: 

  • das Arbeitsverhältnis darf nicht gekündigt sein (Art. 31 Abs. 1 Bst. c AVIG)
  • der Arbeitsausfall ist voraussichtlich vorübergehend und es darf erwartet werden, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 Bst. d AVIG)
  • die Arbeitszeit ist kontrollierbar (Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG)
  • der Arbeitsausfall macht je Abrechnungsperiode mindestens 10 Prozent der Arbeitsstunden aus (Art. 32 Abs. 1 Bst. b AVIG)
  • der Arbeitsausfall wird nicht durch Umstände verursacht, die zum normalen Betriebsrisiko gehören (Art. 33 Abs. 1 Bst. a AVIG)(Quelle:SECO)

Startups sollten sich zudem folgendes Datum in ihrem Kalender notieren: der Bund stellt ab dem 01.04.2020 für besonders betroffene Unternehmen, Einzelfirmen-Inhaber, Geschäftsleiter und -inhaber weitere Mittel für wirtschaftliche Soforthilfe zur Verfügung.

Antrag beim Kanton Zürich stellen:
Amt für Wirtschaft und Arbeit
Arbeitslosenversicherung
Kurzarbeit
Stampfenbachstrasse 32
8090 Zürich

Fragen bezüglich Voranmeldung von Kurzarbeit Kanton Zürich:
+41 43 259 26 40 (Direktwahl), alvhotline@vd.zh.ch; Bürozeiten: MO-FR, 07:00-18:00

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Sämtliche Adressen für Anträge bei jedem Kanton