Eine bahnbrechende Idee zu haben, ist nicht der einzige Erfolgsfaktor für ein Startup. Genauso wichtig ist die Vernetzung von Personen aus der Business-Welt und denjenigen mit technischem Know-how. Wie gestaltet sich diese Partnersuche in der Startup-Welt?

Oft hört man von erfolgreichen Startups und der erste Gedanke ist, dass man genau eine solche Idee selbst haben müsste, um erfolgreich zu werden. Doch hinter den erfolgreichen Storys steckt mehr als eine zündende Idee. Ein Gründer kann die «Millionenidee» sowie den perfekten Businessplan, überzeugte Investoren und interessierte Kunden in Aussicht haben. Fehlt jedoch das technische Wissen, kann es schwierig werden, ein skalierbares Minimum Viable Product zu kreieren. Andersherum kann ein App-Entwickler eine geniale Idee für eine App haben sowie ein skalierbares Minimum Viable Product erstellen, welchem ein hohes Potenzial auf dem Markt zugesprochen wird. Auch in diesem Fall gilt: Fehlt das Business-Know-how, wird es schwierig werden, einen Businessplan zu erstellen und damit Investoren zu überzeugen.

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Situationen, in denen ebendiese Partner gesucht werden, sind keine Ausnahmen, da sich Co-Founder nur selten zufällig in einer Bar begegnen und sich nach zwei Bieren dazu entschliessen, gemeinsam das grosse Geschäft zu starten. Wenn sich also Gründer nicht in einer Bar finden, wo dann? Diese Frage stellen sich so manche Gründer. Die Google-Suche «Wie finde ich einen Co-Founder» ergibt knapp eine Milliarde Treffer. Für Gründer in spe gibt es heutzutage unzählige Startup-Events, an welchen Kontakte geknüpft werden können.
An solchen Networking-Events treffen jedoch nicht nur Gründer aufeinander. Es sind auch beliebte Anlässe für Investoren und weitere Startup-Interessierte. Das erschwert die gezielte Suche nach einem passenden Partner und so bleibt der zweite Schreibtisch im Büro auch Wochen nach dem Event unbesetzt. Unter dem Strich: Die Suche kann sich offline als sehr ineffizient erweisen. Wir lebten nicht im digitalen Zeitalter, wenn die Partnerfindung nicht auch online möglich wäre. Ähnlich wie für die Partnersuche im Liebesleben gibt es für die Partnersuche im Arbeitsleben Plattformen, auf denen sich Gründer finden können. Gesucht sind geistreiche Personen mit dem Wunsch nach langfristigen Beziehungen
– Elitepartner für Startups sozusagen. Die weltweit grösste Plattform hierfür ist das «CoFoundersLab» (www.cofounderslab.com). Die Plattform wurde 2011 gegründet und hat sich seitdem zum Ziel gesetzt, unternehmerische Partnerschaften zu begünstigen. Die globale Community der Plattform umfasst über 300 000 Unternehmer in über 140 Ländern weltweit. Die Partnersuche gestaltet sich dabei sehr einfach: Man registriert sich auf der Homepage via LinkedIn, Facebook oder Google Account. Die Registrierung ist kostenlos. Das System erfasst anschliessend das Profil derjenigen Person, die sich registriert hat. Schliesslich kann man die Plattform nach Skills, Land oder Stadt, Industrie, Business Stage oder Erfahrung nach potenziellen Partnern durchsuchen.

Der Match gelingt mit einem Algorithmus. Artificial Intelligence sei Dank. Eine ähnliche Plattform ist die 2012 gegründete «Founders Nation» (www.founders-nation.com). Auch hier ist das primäre Ziel, einen Co-Founder zu finden – oder selbst gefunden zu werden.

Auch in der Schweiz existiert mit «Cofoundme» (www.cofoundme.org) eine solche Matchmaking-Plattform für GründerInnen. Die Plattform wurde 2014 mit der Idee gegründet, Studierende der Universität St. Gallen und Studierende der ETH Zürich zusammenzuführen und so unternehmerische Aktivitäten zu begünstigen, indem sich Business und Technik verbinden. Heutzutage fokussiert sich die Plattform nicht mehr nur auf Studierende der HSG oder ETH, sondern steht allen Interessierten offen, ganz nach dem Motto «matching skills with ideas». Wer sich auf der Plattform registrieren möchte, braucht nicht zwingend eine eigene Geschäftsidee, sondern kann verschiedenste Skills anbieten. So kann sich jeder Nutzer dort einbringen, wo seine oder ihre Stärken liegen.

Die oben genannten Matchmaking-Plattformen für GründerInnen stellten in den letzten Jahren ein immer beliebteres Tool für die Partnersuche dar. Ein Aspekt, der für jede Partnerschaft erfolgsentscheidend, im Vorhinein jedoch schwierig zu beurteilen ist, ist die Chemie zwischen Gründern. Eine Unternehmungsgründung ist also auch nebst den technischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten eine komplexe Angelegenheit. Gelingt das Matchmaking jedoch auch auf persönlicher Ebene, kann sich daraus eine jahrelange Partnerschaft ergeben.