«Wir brauchen einen Ort, der den Bedürfnissen von Jungunternehmen gerecht wird»

Annetta Steiner wurde von der GLP als Kandidatin nominiert, um bei der Ersatzwahl für den Winterthurer Stadtrat den Sitz der zurücktretenden Yvonne Beutler zu erhalten. Startupdate wollte im Zuge der Kandidatur wissen, was sie über die Startup-Szene Winterthur denkt und wie sie diese unterstützen möchte.

Startupdate: Wie haben Du und Deine Partei in den letzten Jahren die Startup-Szene Winterthur unterstützt?

Annetta Steiner: Seit wir in der Winterthurer Politik tätig sind, engagieren sich die Grünliberalen für die Anliegen der Jungunternehmen. Dank uns wurde das Thema Startup im Leistungsauftrag der Standortförderung Winterthur, dem heutigen House of Winterthur, wieder mehr gewichtet. Aktuell setzen wir uns mit der Startup-Petition für die weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für Startups ein. Ich muss sagen, ich liebe den Pioniergeist der Startups und habe selber schon in zwei Jungunternehmen investiert.

Startupdate: Was für einen Impuls wünschst Du Dir von Seiten der Startup-Szene Winterthur, den Du gerne politisch aufgreifen würdest?

Steiner: Ich finde es toll, was die Startup-Szene in Winterthur in den vergangenen Jahren alles erreicht hat. Zuerst sind da die vielen tollen Startups. Und dass viele dieser Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer daneben noch Zeit finden, sich für die Anliegen der Szene einzusetzen, ist fantastisch. Eure Anlässe im Technopark haben eine einmalige Ausstrahlung und die Dynamik wirkt richtig ansteckend. Ich wünsche mir, bleibt am Ball! Wir begleiten euch gern weiterhin. Und ich würde mich als Stadträtin gerne dafür einsetzen, dass dieses Engagement weiterhin möglich ist.

Startupdate: Welchen Stellenwert hat es für Dich, in Winterthur für gute Startup-Rahmenbedingungen zu sorgen? Wie kann die Politik für diese sorgen?

Steiner: Ich bin aus wirtschaftlichen, ökologischen aber auch sozialen Gründen der Überzeugung, dass wir in Winterthur ein ausgeglichenes Wachstum von Einwohnern und Arbeitsplätzen benötigen. Startups haben in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung. Denn die Jungunternehmen von heute sind die KMUs und grossen Unternehmen von morgen. Und diese brauchen wir lokal in Winterthur nicht nur für innovative Arbeitsplätze, sondern auch weil sie für die Kultur und den Sport für Sponsorings von grosser Wichtigkeit sind.

Startupdate: Was würdest Du als Stadträtin für die Startup Szene Winterthur in den nächsten zwei Jahren konkret machen?

Steiner: Die Jungunternehmen brauchen mehr unbürokratischen Platz. Und das meine ich ganz wörtlich. Einen Impact Hub für Winterthur. Wir brauchen einen Ort, der den Bedürfnissen von Jungunternehmen gerecht wird. Das fehlt momentan in Winterthur leider gänzlich. Zudem sollten wir dem House of Winterthur klare Zielvorgaben geben. Da sehe ich momentan noch zu wenig Output in diesem Thema.

Startupdate: Wie erkundigst Du Dich nach den Bedürfnissen von Startups und Jungunternehmer/innen?

Steiner: Dank Euch vom Enterpreneur Club Winterthur, durch eure Mails und durch Besuche eurer Events. Erst kürzlich war ich Gast am «Table talk» und demnächst werde ich am Female Entrepreneur Event teilnehmen.

Startupdate: Innovation- und Coworking-Spaces sind wichtig für das Startup-Ökosystem. Wie könnte die Stadt einen solchen Space in Winterthur unterstützen?

Steiner: Ein Coworking-Space-Angebot, mit einer gewissen Grösse, fehlt in Winterthur. Da sind wir beim fehlenden Raum für Startups. Für mich gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zwischennutzung von städtischen Liegenschaften oder, dass städtische Liegenschaften zur Verfügung gestellt werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Startupdate: Welches ist Deiner Meinung nach das Quartier der Zukunft in Winterthur und wieso?

Steiner: Kurz bis Mittelfristig ist sicherlich das Sulzerareal Stadtmitte ein grosses Thema. Aber im Quartier Grüze-Neuhegi wird die Stadt und der Kanton mittelfristig sehr viel investieren und damit bestimmt eine grosse Entwicklung anschieben.

Startupdate: Von welchem erfolgreichen Startup wünschst Du Dir, es wäre in Winterthur gegründet worden und warum?

Steiner: Rotauf: Ein cooles Schweizer Label für Outdoorbekleidung, das fair produziert. Rotauf stellt in der Schweiz aus vornehmlichen Schweizer Rohstoffen schicke Outdoor-Mode her.

Startupdate: Welche/s Winterthurer Startup/s findest Du bemerkenswert und wieso?

Steiner:

  • Scewo: Ich durfte selber an der Preisverleihung beim Gewinn des ZKB Pionierpreises dabei sein.
  • Vatorex: Weil mit einer einfachen Technik viel schädliche Stoffe bei der Varroa-Milbenbekämpfung von Bienen eingespart werden können.
  • Luckabox: Eine intelligente logistische Lösung, die hilft, den Verkehr in der Stadt zu reduzieren – und dies mit Powerfrauen an der Spitze.
  • Solarville: Weil sie bereits flügge wurden und heute an zwei Standorten, unter anderem im Rieterareal 25 Mitarbeitende beschäftigen.

Startupdate: Hand aufs Herz: Musstest Du für die vorhergehende Frage googeln, welche Startups es in Winterthur gibt?

Steiner: Nein, der Besuch an der Startup Night im vergangenen Herbst gab mir die Gelegenheit, noch viele weitere spannende Startups kennenzulernen.

Startupdate: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den Wahlkampf!

 

Das Interview mit dem Stadtratskandidaten Kaspar Bopp (SP) ist hier zu finden.