Das Zürcher Proptech-Startup ImmoZins bietet seinen Kunden nicht nur drei verschiedene Anlagemodelle, sondern ist jeweils selber mindestens zur Hälfte an den Investments beteiligt. Eine eigens entwickelte Software sorgt dabei für umfassende Transparenz gegenüber den Co-Investoren.

Die derzeit niedrigen Zinsen haben den Schweizer Kapitalmarkt verändert: Seit Negativzinsen es unattraktiv machen, grössere Summen Geld auf Bankkonten zu bunkern, suchen Anleger nach Alternativen. Neben Investments im Aktienmarkt stehen Immobilien hoch im Kurs bei den Schweizer Bürgern. Die Preise steigen unaufhörlich, was in den letzten Jahren zu einem regelrechten Bauboom geführt hat. Die Folge: Längst ist es für Menschen ohne vertiefte Fach- und Branchenkenntnisse schwierig geworden, im Immobiliensektor den Durchblick zu behalten.

Ändern will das ImmoZins. Das Zürcher Startup wurde 2017 von Louis-Philippe Müller, Igor Brestovac und Dario Fazlic gegründet. Mit einer erfrischenden Dynamik mischt das Gründertrio mit seinem Team die nach wie vor eher konservative Deutschschweizer Bau- und Immobilienbranche auf. Eines von vielen Alleinstellungsmerkmalen des Jungunternehmens: Bei jeder Investition in ein Immobilien- oder Neubauprojekt ist ImmoZins zu mindestens 50 Prozent finanziell beteiligt. Wie Dario Fazlic aus Erfahrung weiss, schafft das bei Investoren deutlich mehr Vertrauen: «Sie wissen, dass wir bei einer Investition die Risiken mittragen und daher nur seriöse und sauber aufgegleiste Projekte realisieren.»

Schweizer Baupartner mit externem Audit

Sicherheit und Vertrauen schaffen bei ImmoZins auch weitere Elemente der Geschäftsstrategie. Alle Immobilienprojekte werden nachhaltig gebaut und erfüllen die Ansprüche an einen modernen Baustandard. Dazu setzt ImmoZins beim Bau konsequent auf Schweizer Qualitätsprodukte. Der Innenausbau beispielsweise von Böden oder die Ausstattung von Bädern und Küchen erfolgt fast ausschliesslich durch Partner, mit denen das Startup regelmässig zusammenarbeitet. «Dementsprechend kennen unsere Partner auch die Anforderungen, die sicherstellen, dass unsere Anlageobjekte nicht nur Labels erhalten, sondern auch langfristig gesehen optimal gebaut sind», sagt Louis-Philippe Müller.

Um die Qualitätssicherung bei den heutzutage immer komplexeren und nicht immer  überschaubaren Bauprozessen sicherzustellen, arbeitet ImmoZins unter anderem mit QualiCasa zusammen. Das Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bauarbeiten regelmässig zu überprüfen und stellt durch eine objektive Aussensicht die neutrale und fachkompetente Begleitung sicher.

Software schafft mehr als nur volle Transparenz

Wichtig bei der Schaffung von Transparenz ist die vollständige Digitalisierung von Bauprojekten. Seit einigen Jahren liegt es im Trend, dass Bauherren, Generalunternehmer und die verschiedenen Zulieferer wie Handwerker, Architekten und Planer Hand in Hand in einem einheitlichen Planungstool arbeiten. ImmoZins geht hier noch einen Schritt weiter, digitalisiert und vernetzt die Bereiche Berechnung, Verwaltung und Finanzen. «Das Tool ermöglicht es uns in kürzester Zeit, das Entwicklungspotential eines Grundstücks, wie auch dessen Rentabilität und die verbundenen Risiken zu berechnen und zu analysieren. Die Ergebnisse können wir dank automatisierter Prozesse in Form einer Dokumentation unseren Investoren präsentieren», erklärt Igor Brestovac.

Ein Investment mit ImmoZins bringt für beide Seiten Vorteile.
Ein Investment mit ImmoZins bringt für beide Seiten Vorteile. Bilder: ImmoZins

Alle laufenden Projekte sind im Tool erfasst und werden live über die verschiedenen Entwicklungsphasen bis hin zur Vermarktung und Verwaltung digital betreut. Dabei spielen die transparente Ein- und Übersicht wie auch die Kostenkontrolle in allen Phasen der Projekte eine wichtige Rolle. «Für eine hundertprozentige Transparenz ist es zentral, dass auch die Bauherren jederzeit alle Rechnungen beziehungsweise Kosten verständlich aufbereitet im Überblick haben können», weiss Louis-Philippe Müller aus eigener Erfahrung. Transparenz stellen die drei Gründer auch in diesem Bereich mithilfe des eigens entwickelten Tools sicher.

Investoren eines Bauprojekts können damit jederzeit online mittels persönlichem Login alle Ausgaben einsehen und werden auch mit Drohnenbildern und -videos regelmässig über den Baufortschritt informiert. Das ständige persönliche Inspizieren auf dem Bau entfällt. Gelegentlich den Fortschritt beobachten kann man nun bequem via Computer auf dem eigenen Schreibtisch. Zudem werden alle Baudokumente laufend digital abgelegt, was später auch Hausverwaltungen die Arbeit massiv erleichtert.

Drei Investmentmodelle möglich

Wie sich Anleger finanziell an einem Bauprojekt beteiligen wollen, entscheiden sie selber. ImmoZins bietet ihnen dafür drei verschiedene Modelle: Entweder sie möchten ihr Geld nach Ende der Laufzeit inklusive Gewinn zurückbezahlt erhalten, sie nutzen die fertige Immobilie weiter als Anlageobjekt mit regelmässiger Rendite durch die eingenommenen Mietzinsen oder sie erhalten regelmässig Zinsen auf das eingesetzte Kapital. Wie eingangs erwähnt, ist ImmoZins bei allen Projekten zu mindestens 50 Prozent beteiligt. Bis dato konnte das seit 2019 operativ tätige Startup bereits Projekte im Umfang von rund 474 Millionen Franken gemeinsam mit den Co-Investoren umsetzen. Der Fokus liegt dabei klar auf dem Neubau von Miet- und Eigentumswohnungen in der Deutschschweiz. Das Gründertrio rechnet damit, dass ImmoZins mit dem eingeschlagenen nachhaltigen Wachstum spätestens im Jahr 2022 die eigenen Kosten durch Renditeerträge decken kann.

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Dieser Artikel ist als Erstpublikation im Startup Magazin 2021 erschienen.