Standpunkt von Raphael Tobler, Startup-Gründer und Präsident Entrepreneur Club Winterthur

Winterthur ist eine ausgezeichnete Stadt und beweist beispielsweise mit seiner Kultur-Szene, dass sie ein bedeutendes Ökosystem aufzubauen vermag. Mit Institutionen wie dem Casinotheater, Museen und Festivals konnte sich Winterthur ein starkes Image und einen internationalen Ruf als Kulturstadt aufbauen.

Doch Winterthur hat noch mehr Stärken: In den letzten Jahren hat sich hier ein stark wachsendes Startup-Ökosystem entwickelt. Das Home of Innovation beherbergt dutzende Startups, der Runway Incubator der ZHAW begleitet Startups von der Forschung bis zur Gründung und darüber hinaus. Der Technopark hat diverse Angebote zur Stärkung von Unternehmertum und der Entrepreneur Club Winterthur organisiert unter anderem die jährlich stattfindende Startup Night Winterthur, die jeweils zwischen 1’000 und 1’500 Startup-Interessierte aus der ganzen Schweiz anzieht. Damit ist Winterthur bereits heute auf dem Weg zur Startup-City mit nationaler, ja gar internationaler Bekanntheit zu werden. Sie muss diese Chance nur wahrnehmen.

Startups haben nur Vorteile für Winterthur

Wenn Winterthur sich aktiv noch weiter zur Startup-City bemüht, bringt das klare gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile mit sich:

  • Arbeitsplätze: Startups schaffen viele spannende Arbeitsplätze und können sich zu den neuen grossen Arbeitgebern Winterthurs entwickeln. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil die früher bedeutenden Winterthurer Arbeitgeber die Anzahl Stellen hier in Winterthur tendenziell eher reduzieren.
  • Belebung der Stadt: Startups beleben ganze Stadtteile, die früher Industrieareale waren. Sie füllen leere Büros und Werkhallen mit neuen Arbeitsplätzen, Labors und Werkstätten, um an Ihren Ideen und Innovationen zu arbeiten.
  • Innovationen: Startups lösen grosse Probleme der heutigen Zeit mit innovativen Lösungen. Beispielsweise im Gesundheitsbereich, im Energiesektor, aber auch in der Digitalisierung.
  • Kooperationen: Startups sind für die hiesigen KMU und Grossunternehmen spannende Kooperationspartner. Denn ihre Innovationen und Geschäftsideen können in Zusammenarbeit mit ihnen eine neue Dynamik annehmen, so dass Startups und KMU oder Grossunternehmen enorm voneinander profitieren.
  • Wirtschaftsförderung: Startups nehmen bei Finanzierungsrunden meist sehr grosse Beträge ein, die in Form von Löhnen, Büromieten und diversen Einkäufen von Produkten und Dienstleistungen in Winterthur in den Wirtschaftskreislauf abgegeben werden. Besonders die lokalen KMU profitieren davon.
  • Forschung: Sie bringen Forschungsarbeiten der ZHAW in die Praxis und geben so den theoretischen Erkenntnissen eine gesellschaftliche Bedeutung.

Winterthurs Pioniergeist weiterleben

Dass Winterthur reich an kulturellen Angeboten ist, bleibt weiterhin wichtig für unsere Stadt. Ebenso wichtig erscheint mir aber, dass Winterthur auch ihren Pioniergeist weiterlebt – was durch die Innovationskraft der früheren Pioniere wie Rieter und Sulzer entstanden ist. Während die Industrie etwas zu bröckeln beginnt, leben Startups auf und sind imstande, Winterthur auch künftig als Pionier-Stadt bekannt zu machen: Indem Winterthur zu einer national und international bekannten Startup-City wird.

Sei dabei – egal ob aktiv oder passiv –, wie sich Winterthur zur Startup-City entwickelt. Es gibt nur Vorteile und Chancen!

Dieser Artikel ist als Erstpublikation im Startup Magazin 2021 erschienen.