Die Fachstelle Entrepreneurship der ZHAW fördert Unternehmertum aktiv mit einer Vielzahl an Startup-Unterstützungsprogrammen. Um den Gender-Gap in der Startup-Szene zu schmälern, kam kürzlich die «Female Founder Initiative» dazu.

„Echte Innovationskraft entsteht, wo unternehmerisches Handeln auf technologische Möglichkeiten und gesellschaftliche Bedürfnisse trifft.» Mit dieser Überzeugung leitet Prof. Dr. Adrian W. Müller das ZHAW Institut für Innovation & Entrepreneurship (IIE). Die Verzahnung von Unternehmertum, Technologie und Bedürfnissen wird in den Schwerpunkten des Instituts stets bedacht.

Studierende Entrepreneurship erleben lassen

Die Fachstelle Entrepreneurship, Teil des IIE, beschäftigt sich im Speziellen mit der Ausbildung von Unternehmern und der aktiven Förderung von Startups mit Fokus auf wissens- und technologiebasierten Geschäftsideen. Die Angebote und Initiativen reichen von der Sensibilisierung für das Unternehmertum als möglichen Karrierepfad über spezifische Entrepreneurship-Ausbildungsprogramme bis hin zu Inkubationsformaten und Scale-Up-Unterstützung.

«Wir fördern beispielsweise mit der ‹ZHAW Startup Challenge› Geschäftsideen von Studierenden, bilden im Startup-Campus-Konsortium mit den Startup-Trainings von Innosuisse angehende Unternehmer aus und bieten im Runway Incubator ein umfassendes Startup Inkubationsprogramm», zählt Dr. Matthias Filser, Leiter der Fachstelle Entrepreneurship und des Startup Campus Konsortium, einige der vielen Angebote auf.

Zu wenige weibliche Entrepreneurs

Aber auch unter seinen Teilnehmenden zeichnet sich der Gender-Gap ab. Die letzten Analysen von Statista zeigen, dass gerade mal 10,7 Prozent der Schweizer Startups von einer Frau gegründet wurden. Die Gründe für diese ungleiche Repräsentation sind komplex. Ein Report von EY sieht einen Einflussfaktor darin, dass Startups per Definition einen hohen Grad an Innovation aufweisen sollten, weshalb sie oft etwas mit neuen Technologien und IT zu tun haben. Dort sind Frauen weniger häufig anzutreffen. Andere Studien zeigen, dass Männer bei der Vergabe von Wagniskapital stark bevorzugt werden. Der «Swiss Venture
Capital Report» zeigte demnach: 2020 gingen von über zwei Milliarden Franken gerade mal fünf Millionen Franken an weibliche Gründerinnen.

Frauen der Startup-Szene zeigen

Ein tiefer Frauenanteil ist aber für Natalie Süss von der Fachstelle Entrepreneurship und Eliane Albrecht vom Impact Hub Zürich eine verpasste Chance für die Wirtschaft: «Frauen haben nicht zu unterschätzende Qualitäten – etwa in der Führung und der Organisation. Für uns ist das Ziel klar: Die Zahl der Gründerinnen in der Schweiz muss sich deutlich erhöhen.» Mit diesem Ziel vor Augen initiierte Startup Campus gemeinsam mit dem Impact Hub Zürich die «Female Founder Initiative».

Ein Teil dieser Initiative ist eine Landkarte, auf der Schweizer Gründerinnen porträtiert werden mit dem Ziel, den Status quo der Unternehmerinnen in der Schweiz zu präsentieren. Die «Female Founders Map» schafft Transparenz und soll mit weiblichen Vorbildern andere Frauen dazu inspirieren, selbst Unternehmerinnen zu werden. Mit spezifischen Netzwerkanlässen und Programmen für Unternehmerinnen werden Angebote geschaffen, um dem Ziel ein Stückchen näher zu kommen.